1. Januar 2020

Blue Jeans in Überlänge

Hallo ihr Lieben,

willkommen zum ersten Blogpost in 2020. Ein neues Jahrzehnt, in zwei bis drei Wochen habe ich es hoffentlich auch drin, dass ich das Datum richtig schreibe. Ich bin sehr gespannt, was das Jahr mit sich bringen wird. 

Auch in diesem Jahr verfolgt die Linksammlung beim Me Made Mittwoch den monatlichen Rhythmus, es finden sich also immer pünktlich am ersten Mittwoch im Monat Nähende, die ihre Kleidung zeigen. Da ich den Austausch dort sehr mag, hoffe ich, auch in diesem Jahr weiterhin regelmäßig dabei sein zu können. Ich bin gespannt, ob es heute wegen des Feiertags weniger Teilnehmer sind? Für mich ist auch heute ein Arbeitstag, also kein Problem!


Mitgebracht habe ich euch meine neueste Jeans. Die Ginger Jeans und ich, wir haben ja schon eine recht lange Beziehung. Drei oder vier Paar Hosen habe ich nach dem Schnitt genäht und mich sehr bemüht, sie zu mögen, aber irgendwie passte es immer nicht richtig, mittlerweile sind sie alle weiter gewandert. Im vorletzten Jahr hat es dann aber endlich geklappt und ich habe nach dem Auftrennen einer gut sitzenden Hose verstanden, worauf es ankommt. Die daraufhin genähte Jeans trage ich sehr gerne, also war mir klar, dass es nicht die letzte bleiben wird.


Was ich unter anderem gelernt habe: Auf den Stoff kommt es absolut an. Hier habe ich Denim von Stoff und Stil verwendet, den habe ich allerdings offline gekauft, ich muss später mal schauen, ob ich die Artikelnummer finde und ihn euch raussuchen kann. Es könnte dieser hier sein, jedenfalls in die Qualität eine ähnliche wie bei meiner letzten Jeans und die ist echt gut für Stretch-Jeans.


Ich habe die Jeans in Größe 12 mit schmalem Bein und hohem Bund genäht, die Kombination mag ich am liebsten. Weil ich den Bund bei der letzen Version nochmal etwas höher gemacht hatte, das aber zu viel des Guten war (sonst bei Hosen immer gut, ich habe offenbar nämlich einen langen Unterleib), jetzt müsste es wieder die originale Höhe sein die dabei herum gekommen ist. Dafür habe ich den Saum der Hose nochmal um 2-3cm verlängert, denn trotz Vorwaschen geht die fertige Jeans nach mehreren Wäschen manchmal noch etwas in der Länge ein. 
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die vielen Falten oben vom Tragen und Sitzen kommen. Bin nämlich jemand, der nicht unnötig seine Kleidung wäscht und hatte die Hose vor den Bildern sicherlich schon an 3-4 Tagen an. Aber ich behalte es im Blick, sollten die Falten auch nach der Wäsche sein, muss ich da nochmal ran.


Dafür sitzt sie hinten aber super, finde ich. Die Falten finde ich voll ok, und ein bisschen Bewegung muss ja auch möglich sein in der Hose, nicht wahr? Wie ihr sehen könnt, ist die Hose jetzt so lang, dass ich sie sogar umkrempeln kann. Das ist für mich durchaus was besonderes, ich weiß nicht, wann ich das zuletzt gemacht habe. Bei meinen 1,80m kommt das sehr, sehr selten vor. Letztens habe ich einen Glücksfund im Second Hand Laden gemacht und eine Hose mit 36er Länge gefunden, da geht das auch. Macht mich ja paradoxerweise etwas glücklich, zu lange Hosen zu haben.


Bei dieser Hose habe ich zum letzten Mal die durchgehenden Taschenbeutel genäht. Ich dachte immer, die wären super um die Hose vorne schön glatt liegen zu haben. Jetzt habe ich aber schon mehrfach gelesen, dass es dadurch zum einen zu Falten kommen kann, weil Hosenstoff dehnbar und Taschenstoff nicht, und zum anderen zieht sich zum Beispiel die Reißverschlussklappe so unschön auf, ich denke, das liegt auch daran. Also nächste Version mit normalen Taschenbeuteln, ich bin gespannt, ob das was ändert.


Genäht habe ich die Hose mit blauem Garn, abgesteppt mit einem beigen etwas dickeren und normalem Geradstich. Ich habe auch den 3-fach Geradstich mit dünnem Nähgarn probiert, aber das war mir dann doch zu wulstig. Es ist jetzt nur oben an den Taschen zum Einsatz gekommen.


Wo wir gerade bei Taschen sind: Zum allerersten Mal habe ich die Po-Taschen mit einem kleinen Design verziert. Das mag ich eigentlich ganz gerne, werde ich jetzt vermutlich auch öfter mal machen.


Hier nochmal ein kleiner Einblick ins innere meiner Jeans. Seht ihr, dass das Taschenfutter ein Reststück ist vom Futter meines Parkas hinter mir auf der Bank? Ich mag solche Erinnerungsstücke, die über mehrere Kleidungsstücke verwendet werden sehr gerne. War übrigens gar nicht komisch, sich auf einem Schulhof mal eben mit offener Hose hinzustellen ... zum Glück war es in den Ferien, mich hat also maximal ein Hausmeister oder sowas gesehen, vielleicht auch niemand. Besser so.


Weil das Motto des Me Made Mittwoch heute "Lieblinge" lautet, möchte ich noch hinzufügen, dass diese Hose den Titel auf jeden Fall verdient hat. Genäht habe ich sie im Oktober, und seitdem trage ich sie wirklich sehr gerne. Die Farbe passt gut zum Rest meines Kleiderschrankes, sie ist super bequem und so schön lässig. Und hey, ich habe sie selbst gemacht!
Der Pullover ist übrigens eines der raren Kaufkleidungsstücke in meinem Schrank, auch aus dem Second Hand Laden, beim bereits erwähnten Hosenkauf mitgekommen. Pullover und Shirts mit Aufdrucken vermisse ich ja manchmal schon ein bisschen, da darf durchaus auch mal einer bei mir einziehen.


Ich wünsche euch einen guten Start in das neue (Näh-) Jahr. Möge es mit tollen Schnitten, inspirierenden Blogbeiträgen, Traumstoffen und netten Konversationen gefüllt sein. 


Happy sewing, 

Julia



31. Dezember 2019

Rückblick 2019

Hallo ihr Lieben,

wie immer geht der Blog gegen Ende des Jahres ein wenig unter. Zusätzlich zum üblichen Feiertagschaos (welcher Tag ist heute? Welches Jahr? Wo muss ich hin?) und den damit verbundenen Terminen mit Familie und Freunden haben wir auch sonst viel zu tun. Da werden dann in anderen Bereichen Abstriche gemacht, was natürlich überhaupt nicht schlimm ist. 
Trotzdem gehören für mich gewisse Dinge am Ende des Jahres einfach dazu. Der neue Taschenkalender wird eingeweiht, Pläne geschmiedet, ein bisschen aufgeräumt im Kopf. Und der Jahresrückblick gemacht, natürlich! Anders als in den letzten Jahren (2016, 2017, 2018, 2018.1) habe ich diesmal Geschenke für andere und Frühchen bzw. Kindersachen weggelassen. Davon ist einfach vieles noch nicht verbloggt, das macht keinen Sinn. Bewaffnet mit meinem Notizbuch bin ich also meinem Schrank zu Leibe gerückt und habe alles rausgezogen, was ich in diesem Jahr hergestellt habe. Manches musste aus seinem Winterquartier geholt werden, aber bis auf ein Teil, das in der Wäsche war, ist alles da gewesen. Das war ganz schön viel, fand ich! Im Gegensatz zu den Vorjahren habe ich keine alten Bilder benutzt, sondern alles einmal angezogen. Bereit?


Die Reihenfolgen sind absolut zufällig, es gibt keine Kategorien. Ich habe grob geschaut, was sich kombinieren lässt. Zum Beispiel mein grau/weiß gestreiftes Shirt aus der Marathon-Produktion im Sommer mit dem langen Rock. Da wäre auch die ärmellose Bluse nach dem Schnitt Rosa, in die ich eine alte Stickerei mit eingarbeitet habe. Sie passt so halbwegs zur langen Hose Wrapped, die ich immer noch toll finde, aber irgendwas muss geändert werden, so richtig krass doll verliebt bin ich nicht. Daneben ein weiteres Shirt aus der Produktion, die einzige gestricke Mütze in diesem Jahr, für die ich die Anleitung sogar aufgeschrieben habe (Expelliarmus) und meine heiß geliebte Hose Wrapped aus gelbem Leinen, auf die ich mich jetzt schon wieder freue.


Kleider hat es in diesem Jahr tatsächlich einige gegeben. Da wäre das eher improvisierte Mittsommer-Kleid aus zwei Stoffen, die bei mir irgendwie übrig waren und dann so gut zusammen passten. Das Hinterland Dress aus dem schönen Atelier Brunette Stoff, welches ich mir für den Urlaub genäht habe (und jetzt auch an Weihnachten ausführte). Und mein erstes wirkliches Anlasskleid, das Kielo Wrap Dress für zwei Hochzeiten im Sommer. Nur für das Bild dazu kombiniert meine blaue Jacke Carol, die sich ebenfalls als sehr nützlich in meinem Schrank erwiesen hat.


Ein bisschen gestrickt habe ich auch in diesem Jahr. Auf dem ersten Bild mein Contrast Sweater, der urgemütlich ist, und zu erahnen, das einzige Paar Socken, welches ich in diesem Jahr für mich gestrickt habe. Meine Schublade ist einfach voll, mehr brauche ich aktuell nicht. Dazu trage ich die Shorts, welche ich für die #12ausdemStoffregal Challenge Anfang des Jahres genäht habe, die wird hier noch öfter auftauchen. Rechts daneben mein No Frills Cardigan in leuchtendem Koralle, ich liebe ihn sehr, und darunter das Jessica Sundress, dem ich auch nochmal zu Leibe rücken msus was die Passform angeht, aber auch so bin ich sehr glücklich damit und freue mich schon wieder, es im Sommer zu tragen. Die blau-blau Kombination rechts würde ich auch nicht genau so anziehen, aber für das Bild war es machbar: Ein Latzkleid Cleo aus blauem Cord und ein Pullover Bloom aus verschiedenen Sweat-Resten. Beide trage ich sehr häufig, weil beide sehr gemütlich sind.


Das Ogden Cami habe ich in diesem Jahr für mich entdeckt und gleich mehrfach genäht, hier in einer Version mit Spitze und blauem Chambray, mag ich sehr gerne. Daneben ein Mittsommer-Shirt, mein erster Versuch mit Schösschen, der deutlich besser ausging als ich angenommen hatte. Und mein Boxy Pullover, auch ein absoluter Liebling, der ist nun wirklch das Ultimatum, was Komfort angeht. Und die Farbe!


Zum zweiten Ogden Cami in feuerrot trage ich hier eine Shorts Wrapped, die ebenfalls in häufiger Rotation ist. Sowohl im Sommer habe ich sie gerne getragen, als auch jetzt im Winter mit Strumpfhose. Großer Fan! Dann noch das letzte Shirt aus meiner Produktion, als Probeversion geplant und aus Reststoff genäht, aber doch sehr gerne getragen. Und mein erstes, aber bestimmt nicht letztes Mandy Boat Tee, das ich leider oft vergesse, weil meine Shirts an einem anderen Ort sind als alle anderen Kleidungsstücke, da bin ich dann manchmal konfus. Ich mag es aber sehr, der Stoff ist auch toll, so schön weich!





Und dann gibt es da noch diesen kleinen Stapel an genähten Kleidungsstücken, die ich euch noch nicht gezeigt habe. Da wären vier Leggings, ein Kleid, eine Jeans, ein Pullover und ein Top sowie ein Langarmshirt. Kommt alles noch, aber manchmal dauert es eben etwas bis die Sachen hier erscheinen. 

Das war mein Näh- und Strickjahr 2019! Ich muss sagen, dass ich damit sehr zufrieden bin. Ich habe, wie ich mir Ende 2018 vorgenommen habe, in diesem Jahr deutlich weniger gemacht. Ist ja auch logisch, irgendwann ist alles da, was benötigt wird, und bei guter Pflege braucht es ja auch lange, bis irgendwo ein Ersatz nötig wird. Vermutlich wird Unterwäsche der nächste Bereich, den ich mir vornehmen muss, denn da habe ich noch nichts genäht und der Bestand schrumpft nach fünf Jahren ohne Nachkauf doch so langsam ein. 

Wenn ich mir die Bilder so ansehe, fallen mir gleich ein paar Dinge auf: 2019 war offenbar das Jahr der Oberteile, es gibt so einige Shirts und Pullover. Das waren beides Bereiche, die vorher große Lücken aufwiesen, also eine super Sache. Außerdem: Bunt! So viel Farbe hat es hier glaube ich noch nie gegeben, da habe ich offenbar mein grau/blau/schwarz Gemisch ein wenig aufgebrochen. Accessoires gab es auch quasi keine, kein Tuch, nur eine Mütze und ein Paar Socken. Bei allen Sachen bin ich mir sicher, dass ich sie lange tragen werde, was mich sehr freut. 

Und wie sieht es mit 2020 aus? Nun, viel brauchen tue ich nicht. Stoff ist noch da für 5-6 Projekte, darunter ein Blusenshirt, eine schwarze Jeans, ein Hoodie (besitze ich aktuell nicht) und Reststoffe, die groß genug sind für Shorts oder ähnliches. Ich möchte gerne Barfußschuhe nähen, vielleicht eine neue Regenjacke (die alte ist zu klein) und eine Reißverschluss-Sweat-Jacke, auch so etwas besitze ich nicht, klaue aber gerne die vom Freund. Ja, und davon abgesehen, mal schauen, was mir so über den Weg läuft. Meine Kreativzeit wird noch weiter eingegrenzt werden, da ab April/Mai mein Arbeitsweg etwas länger und die Hausarbeit etwas mehr werden wird. Trotzdem bin ich immer noch sehr froh, dieses Hobby als Ausgleich zu haben und meine Kleidung fast komplett herzustellen. 

Ich möchte in 2020 auch weiterhin die Nachhaltigkeit beim Nähen und Stricken ausbauen. Seit Herbst kaufe ich fast alle Materialien nur noch gebraucht ein, was mir viel Freude macht, aber auch meistens ein bisschen länger braucht und zu weniger Spontankäufen führt, sodass ich insgesamt einfach weniger habe. Gut! 

Schauen wir, was das neue Jahr so bringt. Ich freue mich. 

Happy sewing, 
happy knitting, 

Julia


9. Dezember 2019

Schnelle selbstgemachte Geschenke

Hallo ihr Lieben,

schon seit ein paar Jahren wird der Anteil der Geschenke, die ich zu Weihnachten selbst mache, immer größer. Zum einen ist das bei guter Planung und rechtzeitigem Beginn deutlich stressfeier als der Trubel in den Innenstädten (Weihnachtsmärkte! Sauftrupps! Kinderwagen, Hunde, Schnee, Regen! Aaaah!), zum anderen ist die Freude der Schenkenden und auch Beschenkten oft größer, wenn sie wissen, dass es selbst gemacht wurde. Zumindest findet das in meinem Umfeld so statt. 
Deshalb habe ich mal ein paar Dinge zusammengesucht, die universal verschenkbar sind. Ihr benötigt keine Größen, und eigentlich kann sie auch jeder Mensch gebrauchen. Die passenden Blogbeiträge habe ich immer unter dem Bild verlinkt, da findet ihr dann auch die Links zu den Anleitungen etc.

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Einkaufsbeutel sind zum Beispiel nie falsch. Klar, jeder hat 1-100 Jutebeutel zuhause, aber diese hier sind ganz besonders toll: Sie lassen sich relativ klein zusammenfalten und damit steigert sich ihre Praktikabilität um einiges! Ich habe immer einen davon dabei, habe schon einige verschenkt und immer nur positives gehört. Noch dazu könnt ihr Stoffe verwenden, die zur beschenkten Person passen und damit viel mehr Freude verbreiten als ein schnöder Werbe-Stoffbeutel. Oder ihr klaut euch welche von denen und näht die Falttasche nachträglich auf, das spart Stoff und macht die schon vorhandenen nützlicher. Habe ich auch schon gemacht.

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Dieses Geschenk ist vielleicht eher was für die Frauen, zumindest in der obigen Form: Ein genähtes Stirnband. Dafür braucht ihr nur einen Stoffrest, zum Beispiel Sweat oder Strickstoff, und vielleicht eine halbe Stunde Zeit. Die Variante mit der Verdrehung oben ist ein bisschen knifflig beim ersten Mal, danach aber glasklar. Und für die Herren lässt es sich ja auch ohne Tüdelü, ganz schlicht nähen. Oder für Kinder. Also eigentlich ja doch universell.

  
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Auch innerhalb von wenigen Minuten genäht: Stoffservietten. Bei der aktuellen Tendenz zu nachhaltigen Alternativen sogar ein richtig tolles, durchdachtes Geschenk. Letztes Jahr habe ich welche verschenkt, die sehr gut angekommen sind. Nur für mich selbst habe ich immer noch keine genäht, ich benutze einfach so, so selten Servietten! Okay, nicht so die beste Werbung gerade ... aber vielleicht bin ich ja auch die Ausnahme.

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Für alle Bücherwürmer unter euren Lieben eignet sich ein Leseknochen perfekt. Dazu gibt es sogar Banderolen im Internet, müsst ihr mal bei Ecosia suchen, dann sieht es gleich noch viel schöner aus. Der Knochen an sich ist schnell genäht, ihr benötigt nur wenig Stoff und dann Füllwatte. 

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Ebenfalls sehr flott genäht ist ein schönes Tuch. Dafür eignet sich Musselin, aber auch Viskose oder andere weiche Stoffe. Ihr braucht lediglich ein Quadrat, wenn es ein Dreieckstuch werden soll, oder ein Rechteck in beliebiger Breite und Länge. Die Kanten versäubern oder einschlagen, fertig!


Weitere genähte Ideen, die mir gerade so beim Tippen gekommen sind: Stofftaschentücher, ein schönes (Patchwork) Kissen, Ofenhandschuhe, eine Schürze, vielleicht auch einfach nur versäuberte Stücke Stoff als Alternative zu Geschenkpapier? So viele Möglichkeiten!
Für gestrickte Geschenke wird die Zeit bis Weihnachten vermutlich ein wenig knapp. Trotzdem möchte ich euch ein paar Möglichkeiten vorstellen.

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Einkaufsnetze gibt es mittlerweile in allen möglichen Varianten, gehäkelt, gestrickt, groß, klein, wühlt euch da mal durch. Sie sind verhältnismäßig schnell gemacht, zumindest die beiden gestrickten Varianten, die ich bisher ausprobiert habe. Und auch sie kommen als Geschenk immer gut an!

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Und zu guter Letzt meine erst vor kurzem vorgestellen Kosmetikpads. Diese habe ich gehäkelt, was ebenfalls flott ging (es müssen ja nicht so viele werden wie bei mir, mit 6-8 Stück ist doch schon ein netter Stapel gemacht). Alternativ lassen sich solche Pads auch noch schneller aus Stoff herstellen. Eine Seite Baumwolle, eine Frottee oder ähnliches Material mit ein bisschen Struktur, tada. 

In diesem Jahr werde ich mich auch ein wenig mit Holz austoben, aber dazu habe ich jetzt halt noch nichts zu zeigen, weil noch nicht mal begonnen. Ihr könnt euch aber schon mal darauf gefasst machen, dass es im Januar wieder eine Reihe Beiträge aus der Kategorie Geschenke zu sehen gibt hier. 

Ich hoffe, ihr habt ein bisschen Inspiration gefunden? Habt ihr noch andere universelle Geschenkideen, die ich hier nicht aufgelistet habe?

Happy Geschenke-making, 

Julia


4. Dezember 2019

Contrast Sweater in Grellow

Hallo ihr Lieben!

Zack, schon ist er da, der letzte Me Made Mittwoch des Jahres. Ich freue mich immer sehr auf diesen monatlichen Termin und spare mir besondere Näh- und Strickwerke dafür auf, da die Resonanz ja doch immer groß und sehr herzlich ist. Macht ihr das auch so?

Meinen Pullover zum Beispiel, den habe ich im April diesen Jahres angefangen und im Juni beendet. Dann war es ziemlich schnell zu warm und er wanderte mit allen anderen Herbst- und Wintersachen in eine Kiste. Jetzt, wo es kühler war, drängelte er dann in der Blog-Liste, aber es gibt einfach so viel zu zeigen! Heute habe ich ihn dann endlich erlöst. 


Meine Outfit-Komposition müsst ihr übrigens entschuldigen. Wir waren auf dem Weg zum Bouldern und eine meiner Begleitungen war so lieb, die Bilder zu machen. Ich trage also schon meine Sport-Leggings zum Pullover, sowas würde ich normalerweise nie tun. Richtige Hosen, oder Rock und Leggings, aber ohne fühle ich mich ein bisschen nackig. 


Der Pullover ist nach der Anleitung "Contrast Sweater" von PetiteKnit gestrickt. Auf den ersten Blick eine Anleitung, die es sich nicht zu kaufen lohnt, wenn man schon eine für einen einfachen Pullover hat. Die Farbaufteilung lässt sich ja relativ leicht auf andere Schnitte umdröseln. Aber die Schulterkonstruktion ist recht spannend, in drei verschiedenen Zunahme-Techniken erreicht man eine ganz andere Optik als beim normalen Raglan. Daher habe ich mir die Anleitung dann doch gegönnt. 


Verstrickt habe ich hier Holst Coast in drei Farben: Gelb für den oberen Teil, Anthrazit für den unteren und ein helles Grau in beiden. Diese Idee kam mir auf Instagram, da hatte jemand den Pullover auch zweifarbig gestrickt (wie es ja laut Anleitung auch muss) und lediglich der mitlaufende Mohair-Faden blieb in derselben Farbe. Ich mochte den Effekt, mag ihn auch bei diesem Pullover sehr. 


Weil das Garn einen ordentlichen Baumwoll-Anteil hat, ist es nicht ganz so elastisch wie andere Garne. Beim Stricken schon etwas gewöhnungsbedürftig, noch mehr aber bei den Bündchen. Diese sind fast ein wenig ausgeleiert, auf jeden Fall nicht anliegend. Mal sehen, ob ich die irgendwann mal neu, mit viel kleinerer Nadel stricke, oder ob sie so bleiben. 


Ich habe den Farbwechsel ca 3 cm später gemacht als in der Anleitung vorgeschlagen, damit es zu meiner Körperlänge besser passt. Natürlich genau so bei den Ärmeln. Diese sind auch verlängert, statt alle 8 Runden Maschen abzunehmen, habe ich das alle 9 Runden gemacht. So passen auch die Proportionen, das ist nicht immer so, wenn man einfach unten die fehlenden Zentimeter dran strickt, finde ich. 


Das Halsbündchen wird doppelt gestrickt, wenn es nach der Anleitung geht nur im Bündchenmuster, und dann zur Hälfte geklappt und später innen fest genäht. Hier habe ich meine bisherige Strickerfahrung genutzt und es noch bequemer gemacht: Die erste Hälfte habe ich glatt rechts gestrickt, dann auf das Bündchenmuster gewechselt. Und weil ich die Maschen provisorisch angeschlagen hatte, konnte ich direkt alles zusammenstricken und weiter, nix mit nähen. Lediglich das Anfangsfädchen musste später vernäht werden. 


Der Pullover ist eine schöne Ergänzung in meinem Kleiderschrank. Zum einen habe ich noch keinen gelben Pullover, also definitiv eine gefüllte Lücke, zum anderen ist er deutlich weniger warm als die meisten dort und somit früher und länger in der kälteren Jahreszeit tragbar. 


Das Garn hat eine irre Lauflänge, in 50g Knäulen kommt es daher und ich habe von allen Farben zusammen knapp 7 verbraucht. Das ist nicht viel, nicht teuer, nicht schwer. Also, im Sinne von Gewicht, nicht Fähigkeiten. 


Mir hat das Stricken viel Freude bereitet, das Tragen mittlerweile auch schon. Mit dem leichten Stehkragen musste ich mich ein wenig anfreunden, aber eigentlich mag ich ihn ganz gerne mittlerweile. 

Ich hoffe, ich finde heute die Zeit um bei den anderen Teilnehmern vom Me Made Mittwoch vorbei zu schauen. 

Happy knitting, 

Julia

24. November 2019

Kosmetikpads und Kulturtasche - Geschenke fürs Bad

Hallo ihr Lieben,

ein Weilchen ist der August schon her, muss ich gestehen. So lange schlummern diese Bilder schon auf meinem Laptop und warten darauf, dass ich sie zusammen mit ein paar Worten zu einem Beitrag auf dem Blog kombiniere. Warum genau es so lange gedauert hat weiß ich auch nicht. Manchmal müssen Dinge reifen, ob es nun Wein ist oder gute Gedanken. Scheint hier auch der Fall gewesen zu sein.


Im Bereich Nachhaltigkeit bin ich ja sehr interessiert und setze für mich persönlich all das um, was mir möglich ist. Dabei versuche ich aber, anderen nicht zu sehr auf die Nerven zu gehen. Bei einigen klappt das gut, bei anderen (dem Freund zum Beispiel) weniger. Aber er ist auch am meisten von meinen Veränderungen betroffen, gemeinsamer Haushalt machts. So schlug mein Herz ein bisschen höher, als meine Mama erzählte, sie hätte im Internet gehäkelte Abschminkpads gesehen, ob ich sowas wohl auch könnte. Quasi innerhalb von Sekunden war ich unterwegs in die Stadt und besorgte mir das passende Garn.


Zwei Knäule ganz normale Baumwolle von Schachenmayr sind es geworden, in von meiner Mama präferierten Farben: grau und rosa. Tja, und im Endeffekt habe ich mir einfach die passende Häkelnadel geschnappt und ein wenig herumprobiert. Mal ganz schlichte Stäbchen, mal feste Maschen, mal eine kleine Zierkante rundherum, mal Noppen. Das, was mir so in den Kopf kam, damit es nicht zu langweilig wird. Insgesamt habe ich 32 Kosmetikpads aus den beiden Knäulen bekommen und diese dann meiner Mama zum Geburtstag geschenkt. Sie hat sich sehr gefreut und mir wenig später berichtet, dass sie super funktionieren. Jedes Mal, wenn ich nun bei ihr zuhause bin und das Bad nutze freue ich mich über den Anblick eines der Pads, welches sie nach dem Nutzen immer mit einer Haarklammer an ihren Spiegel klemmt um sie trocknen zu lassen. Jetzt muss ich nur noch die Motivation finden, mir selbst welche zu machen. Ich nutze eigentlich seit immer so Tücher zum Abschminken, die wieder gewaschen werden. Immer dieselben vier Stück, habe nie welche nachgekauft. Aber die sind aus Microfaser, und das ist nun auch nicht wirklich gut für die Umwelt, sollte also ersetzt werden. 



Und wenn die Mama zum Geburtstag schon was für's Bad bekommt, kann der Papa nicht leer ausgehen. Ein Vögelchen hatte mir geflüstert, dass sein Kulturbeutel ziemlich abgerockt ist und Nachschub her sollte. Um das Ganze ein wenig interessanter zu gestalten habe ich im Unverpacktladen in Münster noch ein paar Kleinigkeiten für in die Tasche gekauft. Wattestäbchen ohne Plastik, Zahnpaste ohne Microplastik und Plastikverpackung und einen Deoroller in den ich selbst gemachtes Deo gefüllt habe.


Die Kulturtasche ist nach dem Freebook Alfred von Fröbelina entstanden. ("Alfred" klingt in meinem Kopf ja immer wie bei ein Herz und eine Seele, ich kann es nicht abschalten). Schon meine Mama hat eine Kulturtasche nach diesem Schnitt bekommen, auch, wenn ich es auf dem Blog nicht finden kann. Bis auf den Reißverschluss konnte ich alle Materialien aus meinem Lager nutzen, das finde ich ja immer super. Verschiedene Reste lassen sich fast immer zu einem harmonischen Ergebnis kombinieren.


Innen ist die Kulturtasche mit vier kleinen Fächern ausgestattet, um auch die Kleinigkeiten gut unterzubringen und nicht ewig nach allem wühlen zu müssen. Die Taschen sind aus einem Rest Baumwolle, das ich mal für das Futter meines Rucksacks gekauft habe. Der Innenstoff an sich ist Rest von meiner Jacke Carol.


Der Außenstoff ist ebenfalls bei einer Jacke übrig geblieben, nämlich beim Wind und Wetter Parka in der gefütterten Winter-Version. Verrückt oder, wie man sich an alle Stoffe erinnert? Einzig bei dem kleinen Rest Kunst-Wildleder weiß ich nicht mehr genau, ob es sich um die Jacke Lupin oder die Shorts Chataigne handelt. 
Auch mein Papa hat sich über sein Geschenk gefreut und nutzt es, wenn sie im Urlaub sind. Mich freut es, dass ich ihn darüber dorthin begleiten kann. 

Wo wir gerade auf Weihnachten zugehen:
Was näht/strickt/häkelt/wasauchimmert ihr so euren Liebsten?


Julia

14. November 2019

Ministrick

Hallo ihr Lieben, 

ich hab da mal ein bisschen gesammelt, und langsam wurde die Liste mir zu lang, also dürft ihr jetzt eine kleine Flut von Ministrick anschauen. Ich verstricke ja immer eifrig meine Reste in Babykleidung, aber weil es dazu immer nicht so viel zu erzählen gibt, mache ich einen kleinen Stapel und zeige es euch dann zusammen. Bereit?


Den Anfang macht dieses schöne Jäckchen nach einer Anleitung von Stichfest, welches ich testgestrickt habe. Etwas mehr als 100g Regia Schachenmayr habe ich verstrickt und damit eine Jacke in der Größe 6 Monate erhalten. Das Garn habe ich über Ravelry aus dem Stash einer anderen Strickerin gekauft, also Second Hand und so.


Das hübsche Strukturmuster ist ganz einfach zu stricken, geht nur über vier Maschen und vier Reihen und wird nur im Körper und am Ärmel an einem Streifen gestrickt. Ich habe das Jäckchen wie ursprünglich konzipiert von unten gestrickt, also erst Körper und die einzelnen Arme, dann alles zusammengefügt auf einer Nadel und mir Raglanabnahmen. Die Knopfleiste wird direkt mitgestrickt und am Schluss mit dem Halsbündchen geendet. Weil es im Test vorgeschlagen wurde, hat Sophia in die Anleitung auch noch Angaben für eine RVO-Version, also von oben an gestrickt, eingefügt, und außerdem eine um alles in der Runde zu stricken und nachher aufzuschneiden. Ganz schön viele Varianten, oder?


Weil ich insgesamt 300g von dem Garn hatte und mir die Farbe so gut gefällt, habe ich direkt ein weiteres Projekt daraus gestrickt und aus dem einzelnen Jäckchen ein Set gemacht, indem ich eine Hose dazu gestrickt habe.


Die Anleitung habe ich aus dem Klompelompe Buch, "Hose süßer Fratz" nennt sie sich und ist damit ziemlich weit oben im Kampf um die Auszeichnung für den schlimmsten Anleitungsnamen. Aber das sagt ja zum Glück nichts über die Anleitung an sich aus. Die Hose wird vom Bund an gestrickt mit ein paar Wendemaschen um die hintere Seite windeltauglich und höher zu machen. Später kommen dann Zunahmen im Schritt, die habe ich ein bisschen verändert in ihre Position. Die Beine werden dann einzeln runtergestrickt.


Damit beide nicht nur anhand der Farbe als Set erkennbar sind, habe ich noch eine Änderung vorgenommen. Das Muster, welches eigentlich laut Anleitung einen Streifen an den Hosenbeinen bildet, habe ich durch das des Jäckchens ersetzt. Gute Idee oder? Sieht auch sehr schön aus, finde ich. Vermutlich wird beides zusammen nie getragen, ist ja schon recht monochrom, aber hübsch sieht es aus.


Machen wir mal ein bisschen farbenfroher weiter. Der nächste Pullover ist ein bisschen frei Schnauze entstanden, aus einem Sammelsurium an Garn. Ich habe mir irgendeinen Pullover aus dem Internet als Richtlinie für Maschenzahl und Zunahmen genommen und dann einen Pullover mit Rundpasse entworfen, auch das Muster habe ich mir ausgedacht.


Durch die unterschiedlichen Garnstrukturen kommt es nicht besonders gut zur Geltung und das Ganze sieht auch ein wenig sehr improvisiert aus, aber irgendwie mag ich ihn trotzdem. Hauptgarn ist das dunkle blau, ein Strang Arranmore von The Fibre Company den ich auf der H+H geschenkt bekam, zusammen mit einigen kleinen Pröbchen von anderen Garnen sowie Resten von anderen Projekten.


Ich schätze mal, dass die Größe so ungefähr mit einem Jahr passen müsste, aber ohne eigene Kinder ist das wirklich ins Blaue geraten, haha. Der Pullover ist ziemlich dick und sollte so warm sein, dass er auch draußen getragen werden kann. Verschenken werde ich ihn aber nicht, dafür ist er mir zu unschön.


So, zum Schluss nochmal richtig Farbe: Ebenfalls aus dem Klompelompe Buch ist die "Jacke süßer Fratz", die ebenfalls mit einem kleinen Strukturmuster ausgestattet ist, allerdings über das komplette Stück. 
Ich habe hier den Rest von meinem Boxy und meiner Mütze verwendet, weil ich die Farbe einfach zu schön fand um sie nicht zu nutzen. Ganz gereicht hat es nicht mehr, an den Ärmeln habe ich dann einfach ein Restchen Sockenwolle genommen.


Die Jacke wird ebenfalls von oben gestrickt, mit Raglanzunahmen, eigentlich wie jeder andere Raglan auch. Die Anleitung ist allerdings fehlerhaft. Zum einen stimmte etwas bei den Ärmelmaschen nicht, zum anderen wird das Muster lediglich in Reihen beschrieben. Wenn dann also beim Ärmel steht, dass die Maschen aufgenommen werden und dann das Strukturmuster gestrickt werden soll, ist ein bisschen mit- und umdenken nötig, sonst wird es unschön. Klar ist das nicht schwer, aber finde ich schon unpraktisch.


Das war sie, meine kleine Kollektion. Was macht ihr so mit euren Garnresten? Erzählt doch mal. 

Happy knitting, 

Julia